Futter für Nagetiere

Die Fütterung unserer Haustiere ist mir immer ein besonderes Anliegen. Nichts beeinflusst die Gesundheit unserer Tiere so sehr, wie das, was tagtäglich in großen Mengen in sie "hineingestopft" wird. Industriell hergestelltes Futter ist fast nie völlig frei von bedenklichen Inhaltstoffen. Viele chronische Erkrankungen würden mit artgerechter Fütterung gar nicht erst entstehen.

Wenn man mit ganzheitlichen Methoden, so wie der Homöopathie, behandeln möchte, ist klar, dass auch alle Bereiche, die den Organismus betreffen, beachtet werden müssen. Eine ganz zentrale Rolle spielt da die Fütterung.

Unsere Kaninchen und Nagetiere sind besondere Überlebenskünstler, die unter sehr kargen Bedingungen Jahrtausende überlebt haben. Ihr gesamter Organismus und natürlich auch das Verdauungssystem sind an diese Bedingungen angepasst. Erst in den letzten Jahrzehnten werden sie als Haustiere gehalten und dementsprechend verwöhnt. Genauso wie wir Menschen leiden auch Sie unter der Wohlstandsgesellschaft. Ihre Besitzer möchten ihnen mit besonderen Leckerbissen Gutes tun, die Industrie wittert ein Geschäft, aber der Gesundheit ist das meist nicht zuträglich.

Jede Futterumstellung muss natürlich langsam erfolgen (über 10-14 Tage) da sich die Verdauungsenzyme und die Darmflora nicht so rasch an völlig andere Kost anpassen können!

Richtige Fütterung:

  • Vergessen Sie alles, was die Futtermittelindustrie erzeugt! All das brauchen Sie nicht (es schadet sogar - mehr dazu später!) Es enthält zu viel Getreide und zu wenig Beschäftigung für das Gebiss!
  • Heu ist die Grundlage der Fütterung - es muss immer vorhanden sein! Natürlich auch Wasser!!!
  • Zusätzlich werden verschiedene Gemüse gefüttert (Karotten, Sellerie, Petersilie, Kohlrabi, Brokkoli, Salate etc.)
  • Wer die Möglichkeit hat, sollte auch frisches Gras und Kräuter (nicht zu große Mengen) füttern.
  • Frische oder getrocknete Äste von ungiftigen Gehölzen (am besten Obstbäumen) mindestens einmal pro Woche.
  • Sonnenblumenkerne oder Nüsse werden zwar sehr gerne gefressen, sind aber sehr fett und sollten nur als Leckerbissen gelegentlich gegeben werden.
  • Getreide wird nur gefüttert, wenn die Tiere im Freien überwintern sollen und deshalb viel Energie benötigen, aber auch dann nur in mäßigen Mengen!

Sie finden im Internet sogar genaue Futterpläne für Kaninchen, Meerschweinchen & Co. In Wahrheit brauchen Sie die nicht - je abwechslungsreicher die Kost, desto besser. Viel Heu, kein Getreide sind die wichtigsten Eckpunkte!

 

Gesundheitliche Folgen der falschen Fütterung:

  • Die meisten Meerschweinchen und Kaninchen sind zu dick. Das ist besonders bei Fütterung von Getreide oder Leckerli (meist gepresstes Getreide) der Fall. Die bekannten Folgen sind die gleichen wie bei uns Menschen: Herz-Kreislaufprobleme, geringere Lebenserwartung, häufigere Tumorerkrankungen, Probleme des Bewegungsapparates, beim Meerschweinchen häufig auch Entzündungen oder Abszesse der Ballen.
  • Getreidefütterung führt häufig zu Zahnfehlstellungen und mangelndem Zahnabrieb. Die Zähne von Kaninchen und Nagern wachsen lebenslänglich und müssen durch das Kauen der Nahrung ständig abgeschliffen werden, damit sie nicht zu lange werden. Wenn Getreide gefüttert wird, sind die Tiere durch den hohen Energiegehalt rasch satt und benützen daher ihre Zähne viel zu wenig. Bei Heufütterung müssen sie dagegen einen Großteil des Tages "nagen" um ausreichend Energie zu bekommen. Getreide enthält auch zu wenig Vitamin D, was zu Kieferverformungen und damit verbundenen Fehlstellungen der Zähne führen kann. Die Notwendigkeit lebenslänglich in regelmäßigen Abständen die Zähne schneiden zu lassen, ist häufig dadurch bedingt. Häufig wird hartes Brot angeboten, damit "die Zähne abgewetzt werden". Brot ist aber nichts anderes als Getreide! Zum Abwetzen der Zähne sind Äste und Heu wesentlich besser geeignet!
  • Verdauungsstörungen sind ebenfalls eine häufige Folge von Getreidefütterung. Der hohe Stärkegehalt führt häufig zu Blähungen und der so genannten Trommelsucht (Aufblähung des Magens) der Kaninchen.
  • Vitaminmangel: Gras, von dem sich unsere Nager in freier Wildbahn zum Großteil ernähren, enthält sehr viele Vitamine und sehr viel Rohfaser. Diese Rohfaser wird von den Bakterien im Darm abgebaut und damit zu einem wertvollen vitaminreichen Futterbestandteil. Wenn Getreide gefüttert wird, wird immer automatisch weniger Heu aufgenommen, das aber gerade der Lieferant für diese wichtige Rohfaser wäre.
  • Der Blinddarmkot (Caecotrophe) wird normalerweise von Nagern und Kaninchen direkt vom After weg wieder gefressen. Er enthält wichtige Vitamine und andere Nahrungsbestandteile, die von den Darmbakterien erst aufschlüsselt werden mussten. Übergewichtige Tiere nehmen diesen Blinddarmkot oft nicht mehr auf. Abgesehen vom damit entstehenden Vitaminmangel verklebt dieser klebrige Kot auch häufig den After und ist ein beliebter Platz für Fliegen zur Ablage ihrer Eier.
  • Ein Zuviel an Mineralstoffen führt häufig zu Blasensteinen und Harnkristallen. Daher sollten die mineralstoffreichen Kräuter und Nüsse auch nicht im Übermaß gegeben werden, sondern immer nur ein gelegentlicher Leckerbissen bleiben.

 

Tierarztpraxis Kitzweger

Klassische Homöopathie

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